Reinhard Libuda – Ein Schalker für die Ewigkeit

Klaus Fischer, Olaf Thon oder Klaus Fichtel alles Legenden der Schalker Historie. Doch ein kaum bekannter, wird schnell vergessen: Reinhard Libuda.

Mit einer Unterbrechung von 3 Jahren (für Borrussia Dortmund) spielte er von 1962 bis 1972 bei Schalke 04 und bekam in dieser Zeit den Namen „Stan“ verpasst. Seinen Spitznamen erhielt er in Anlehnung an Sir Stanley Matthews, den „Erfinder“ des berühmten Matthews-Tricks – links antäuschen und rechts vorbeigehen.

Laut Klaus Fischer sei Libuda der beste Rechtsaußen den er je gesehen hatte. Stans Wirkung auf das Publikum ging weniger von Toren, als von seinen Dribblings aus. Ähnlich wie bei Arjen Robben könnte man sagen, wusste jeder was er als nächstes tut, doch keiner konnte es verhindern. „Wenn der Junge nur einen Ball hatte – ich habe ihn von morgens bis abends spät nicht von der Straße gekriegt“, erzählte Mutter Martha, bei der Libuda zuletzt vereinsamt und verarmt lebte. Nach seiner aktiven Zeit als Fußballer wurde er von unendlichen Schicksalsschlägen begleitet. Möglicherweise begann es schon damit, dass er als 17jähriger einen Vertrag bei Schalke unterschrieb und seine Maschinenschlosserlehre gegen den Willen der Mutter abbrach: „Was habe ich gebettelt, dass er sie beenden soll. Aber diese Begeisterung, dieser Jubel um meinen Sohn…“ Nur noch „Libuda“ haben die Fans geschrien.

„An Gott kommt keiner vorbei.“, stand an einer Wand geschrieben. „Außer Stan Libuda“, kritzelten Anhänger darunter. Es wurden aber auch Geschichten überliefert wie jene, die Stan in einem Artikel einmal selbst erzählte: „In der Bundesliga ging unter den Verteidigern das Gerücht um, ich sei mit einem einzigen Satz zu stoppen: Du, Stan, weißt du eigentlich, wo deine Frau gerade ist?“ Ein Satz, den Otto Rehhagel einmal brachte, als er sich bei meinen Dribblings nicht mehr anders zu wehren wusste.

In seiner Karriere sind zwei seiner Tore für die Ewigkeit: Das 2:1 für Borussia Dortmund in der Verlängerung des Europacup-Finales 1966 gegen den FC Liverpool – Eine Bogenlampe aus 35 Metern klatschte an den Pfosten, von dort gegen das Bein eines Abwehrspielers und zum Siegtreffer ins Netz und drei Jahre später erzielte Libuda das 3:2 in der WM-Qualifikation gegen Schottland, was den Deutschen die Teilnahme am Turnier in Mexiko sicherte.

Insgesamt gewann Reinhard Libuda jedoch nur zwei Titel. Den Europapokal der Landesmeister und den DFB Pokal. Stan ist Ehrenspielführer der Schalker und gehört der Jahrhundertelf des FC Schalke 04 an.

Am Sonntag den 25.08.1996 verstarb der 52jährige Fußball-Nationalspieler an einem Schlaganfall. Sein damaliger Wechsel aus Gelsenkirchen nach Dortmund wurde ihm niemals übelgenommen und so trauerten Schalker und Dortmunder gemeinsam um eine Schalker Legende.

Foto: imago sportfotodienst/ imago/WEREK

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