Götze, Videobeweis & Schalke: Die Gewinner und Verlierer des 1. Spieltages

Am vergangenen Wochenende ist die 1. Bundesliga in Ihre 55. Saison gestartet. Einigen gelang ein super Einstand, andere wiederrum sorgten für schlechte Stimmung. Hier kommen die drei Gewinner und drei Verlierer des ersten Spieltages.


Gewinner

Mario Götze

202 Tage ohne Fußball. Für jeden der Fußball liebt ein Horrorszenario. Mario Götze ist in diesem Fall der Leidtragende, der aufgrund einer Stoffwechselerkrankung nicht am aktiven Fußballgeschäft teilnehmen durfte. Beim 3:0 gegen den VFL Wolfsburg kam er erstmals seit dem 29. Januar wieder zum Einsatz. Dabei lieferte er einen Assist und überzeugte auf der linken Halbposition im Mittelfeld.

„Ich sage das jetzt als Fußballliebhaber“, sagte Peter Bosz, „Es macht großen Spaß, ihm bei der Arbeit zu sehen.“ Man merkte, dass Götze auch selbst Spaß bei der Arbeit hatte, als er bei seiner Auswechslung lächelnd zur Dortmunder Bank schritt. Dabei ballte er die Faust kurz und klatschte mit allen Betreuern und Auswechselspielern ab.

61 Spielminuten hatte er am Ende auf dem Konto. Minuten, die Hoffnung machen, dass er zu alter Stärke zurückkehrt und der Bundesliga seine Spielfreude unter Beweis stellt. Im 4-3-3 von Trainer Bosz rotierte er ins Zentrum oder gar auf die rechte Seite. Das Zusammenspiel mit Gonzalo Castro klappte hervorragend. Bosz bescheinigte ihm nach dem Spiel ein „sehr gutes Auge“. Dies zeigte er, als er Christian Pulisic mit einer perfekten Vorlage zum 1:0 bediente.

„Mir geht es wieder gut, ich habe mich gut gefühlt, aber ich bin längst noch nicht wieder bei hundert Prozent“, erklärte der WM-Held selbst. Auch aus diesem Grund wird Bosz dafür sorgen, dass Mario Götze wieder langsam an das Team und den Fußball herangeführt werden wird.


Matthew Leckie

0 Tore in der vergangenen Saison und anschließend trotzdem für drei Millionen Euro von Ingolstadt zur Hertha aus Berlin gewechselt, das war nicht unbedingt zu erwarten.

Doch Hertha ist hier scheinbar ein echter Glücksgriff gelungen. Schon gegen Rostock im Pokal bereitete er die beiden späten Treffer vor. Am 1. Spieltag gegen den VFB Stuttgart netzte er dann sogar selber zwei Mal ein. Vor seinem ersten Tor ging er mit einem schnellen Antritt am völlig überforderten Ailton vorbei und vollendete mit einem satten Schuss ins lange Eck. Beim zweiten Treffer stand er nach einer Ecke Goldrichtig und musste nur noch einnetzen. Wenn man bedenkt, dass sein letztes Bundesligator 2173 Minuten zuvor schoss, dann kann man die beiden Tore schon als Befreiung ansehen. Wenn jetzt auch noch ein Davie Selke von seiner Verletzung zurückkommt, dann dürfen sich die Herthaner auf einen echten Traumsturm freuen.


Domenico Tedesco

Seit der Saison 2011/2012 hat Schalke insgesamt acht verschiedene Trainer an der Seitenlinie verschlissen. Mit Domenico Tedesco scheint man nun endlich einen Trainer gefunden zu haben, der länger im Amt bleiben könnte, zumindest bis zur nächsten Heimspielniederlage. Was die Mannschaft zu leisten im Stande ist, konnte sie gleich mit einem überzeugendem 2:0 Sieg gegen RB Leipzig zeigen.

Skepsis herrschte vor dem Spiel, als Tedesco die Absetzung von Benedikt Höwedes als Kapitän, sowie dessen Degradierung auf die Bank bekannt gab. Das er taktisch einiges drauf hat, bestätigte er mit einem 3-4-3, welches sowohl defensiv, das auch offensiv wirklich sehr gut funktionierte. Außerdem hat er es geschafft, aus Naldo, Kehrer und Nastasic einen stabilen Abwehrverbund zu formen, sodass die sonst so Offensivstarken Leipziger sich keine einzige klare Torgelegenheit erspielen konnten.

Tedescos Rezept ging bislang auf, die Schalker kassieren unter dem neuen Coach kaum Gegentore. Eine Rückkehr von Höwedes, der am Samstag 90 Minuten auf der Bank saß, ist also erst einmal unwahrscheinlich.


Verlierer:
Nikolai Müller

Der mit Abstand größte Verlierer des Spieltages war definitiv Nikolai Müller, der zum tragischen Helden wurde. Bei seinem Torjubel nach dem 1:0 gegen Augsburg erlitt der 29-jährige einen Kreuzbandriss und wird damit zumindest für die Hinrunde kein Thema mehr sein. Nach einer Hereingabe des Brasilianers Walace traf Müller per Direktabnahme zur frühen Führung des HSV gegen den FCA. Dann drehte der frühere Mainzer jubelnd ab und hielt sich nach einer eingesprungenen Pirouette das rechte Knie. Nur wenige Minuten später musste Müller gegen Aaron Hunt ausgetauscht werden.

Vor allem dem HSV erwies er damit einen Bärendienst. Den Ausfall von Müller zu kompensieren dürfte eine schwierige Aufgabe für Markus Gisdol werden. Im Sommer noch war Müller ein beliebtes Transferziel anderer Vereine, doch der HSV hatte schnell erklärt seinen Offensivakteuer nicht abgeben zu wollen.


Ousmane Dembele

Eine Frage der Zeit dürfte der Transfer von Ousmane Dembele zum FC Barcelona sein. Es stellt sich die Frage wer eher nachgibt, Dortmund oder Barceloa. Seit Tagen gibt es keinen Kontakt zwischen dem BVB und seinem Jungen Flügelspieler. Momentan soll sich Dembele in Frankreich aufhalten um den Wechsel zu erzwingen. Eine ähnliche Situation gab es schon vor seinem Wechsel zu Dortmund, damals noch im Dress von St. Etienne. Laut der Spielergewerkschaft VDV sei er ungewollt zwischen die Fronten geraten. Diese versucht in diesem Fall zu schlichten, „Wir als VDV empfehlen natürlich niemandem, seinen arbeitsvertraglichen Pflichten nicht nachzukommen“, heißt es im Statement. Dennoch ordnet die Gewerkschaft ein: „Aber man muss auch bedenken, dass wir es mit einem sehr jungen Spieler zu tun haben.“

Dembele schadet sich mit seiner egoistischen Aktion allerdings enorm. Nicht nur der Verein, sondern auch das Team und externe Personen wie Uli Hoeneß kritisieren das Verhalten des Spielers stetig. „Demebele sind Mitspieler scheißegal“, äußerte sich Armin Veh zuletzt. Damit trifft er den Nagel so ziemlich auf den Kopf. Auch Mitspieler, wie Nuri Sahin stellten klar, was Dembele in der Kabine bevorsteht, sollte er sich dort wieder erwarten doch noch einmal blicken lassen.

Es bleibt abzuwarten wie sich die ganze Situation entwickelt. Eines ist jedoch ganz klar, der BVB gewann am Wochenende auch ohne ihn und wird es auch mit einer Leistung wie beim 3:0 in Wolfsburg auch weiterhin. Er hat sich also definitiv keinen Gefallen getan und gehört damit zu den großen Verlierern des Spieltages.


Der Videobeweis

In der neuen Saison hat die Deutsche Fußball Liga (DFL) den Videobeweis eingeführt. Es gab im Voraus einige Stimmen, die das negativ sahen, viele aber sind positiv gestimmt und erwarten gespannt die ersten Ergebnisse. Bereits im Supercup gab es allerdings erste Probleme mit den Linien bei Abseitsentscheidungen. Auch am Wochenende kam es zu massiven technischen Problemen, aufgrund der Video-Assistent bei den Spielen Hoffenheim – Bremen, Hamburg – Augsburg und Hertha BSC – Stuttgart nicht zum Einsatz kommen konnte. Die Schuld hierbei trug der Dienstleister Hawkeye. Bei den Spielen Mainz – Hannover und Wolfsburg – Dortmund konnten bei Abseitsentscheidungen keine kalibrierten Linien erstellt werden. Beim Spiel Hamburg gegen Augsburg verhinderte der technische Defekt, dass mehrere Situationen nicht aufgeklärt werden konnten. So entschied Siebert in allen Fällen auf Weiterspielen und gegen einen Elfmeter für Ausgburg. „An der Behebung der Probleme wird derzeit gearbeitet“, gab die DFL bekannt. Beim ersten Spiel der laufenden Saison zwischen Bayern München und Bayer Leverkusen kam der Videobeweis das erste Mal zum Einsatz und verhalf den Bayern zu einem Elfmeter, welchen Robert Lewandowski sicher verwandelte.

Wir hoffen, dass die Probleme bald behoben sind und der Videobeweis den Schiedsrichtern in unübersichtlichen Situation weiterhelfen kann. An diesem Wochenende stellte sich dieser allerdings noch als echter Flop heraus.

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