Der Aufstieg-Meister Kaiserslautern

20 Jahre ist es nun her, als dem 1. FC Kaiserslautern etwas bis heute Einzigartiges und Unerreichtes gelang. Der damalige Trainer Otto Rehhagel wurde mit seiner Mannschaft nach direktem Wiederaufstieg aus der zweiten Liga deutscher Fußballmeister auf dem Betzenberg.

02.05.1998, es ist der vorletzte Spieltag der Fußball-Bundesliga Saison 1997/98. Der 1. FC Kaiserslautern steht auf dem ersten Platz der Bundesligatabelle. Die Lauterer hatten zu diesem Zeitpunkt zwei Punkte Vorsprung auf den zweitplatzierten FC Bayern München und spielten zuhause gegen den VfL Wolfsburg. Die Bayern aus München waren zu Gast beim MSV Duisburg.

Obwohl seit dem vierten Spieltag immer Spitzenreiter, schien den Lauterern die Luft auszugehen. Aus den letzten zehn Spielen, holten sie nur noch drei Siege. Doch sie hatten Glück, obwohl die Bayern nur fünf Punkte zurücklagen, schafften es die Münchner nicht diese Schwächephase ausnutzen. Dabei stand Kaiserslautern bereits eine Woche zuvor mit dem Rücken zur Wand. Im Betzenberg Stadion führten die Gladbacher mit 2:0 durch Treffer von Markus Hausweiler (16. Minute) und Jörgen Pettersson (43. Minute). Zum Glück traf Olaf Marshall für Lautern dann noch kurz vor der Halbzeit zum Anschlusstreffer und ließ Hoffnung aufkeimen (45. Minute). Und so ging es in die Pause.

Die Roten Teufel wussten, wenn sie dieses Spiel nicht gewinnen würden, dass sie aufgrund des schlechteren Torverhältnisses die Bayern aus München auf Platz eins vorbeiziehen lassen müssten. Das stachelte an. Der Lohn war der Ausgleich in der 61. Spielminute, erneut durch Olaf Marschall. Jetzt fehlte nur noch ein Treffer. Er wäre entscheidend, um der dritten Meisterschaft nach 1951 und 1953 näher zu kommen. In der 90. Spielminute fiel dann der wohl wichtigste Treffer der Geschichte für den 1. FC Kaiserslautern. Ein langer Ball vom eingewechselten Marco Reich in den Strafraum auf Olaf Marschall, brachte die Entscheidung. Marschall köpfte den Ball zwar an die eigene Schulter, von da sprang er aber unhaltbar ins linke obere Eck. Der Traum der deutschen Meisterschaft war somit am Leben. Ein Sieg gegen den VfL Wolfsburg am letzten Spieltag würde bei einem Punktverlust der Münchner, die Roten Teufel zum Meister machen.

Kaiserslautern machte dann auch alles klar. Am vorletzten Spieltag fuhr man einen souveränen und ungefährdeten 4:0 Sieg ein. Wieder einmal Top-Torschütze Olaf Marschall mit einem Doppelpack (24. und 55. Spielminute), Martin Wagner (52.) und Jürgen Rische (88.) sorgten für ein Happy End. Im Parallelspiel mussten die Münchener also gewinnen um im Titelrennen weiterhin eine Chance zu haben. Doch das Team um Oliver Kahn, Lothar Matthäus und Mario Basler zeigte Nerven, und wurde für ihren Einsatz einfach nicht belohnt. 0:0 sollte das Ergebnis am Ende lauten.

So war es besiegelt, der 1. FC Kaiserslautern wurde am 33. Spieltag 1998 deutscher Meister. Die Sensation war geglückt, nach dem direkten Wiederaufstieg aus der 2. Bundesliga gelang die Meisterschaft. Die Stadt Kaiserslautern war im absoluten Ausnahmezustand. Die Zeit bleibt bis heute unvergessen im ganzen Verein.

Foto: imago Stockhoff