Als Schalke am Bökelberg abgeschossen wurde

So waren sie, die Gladbacher Fohlen. Es ist der 7. Januar 1967, der 18. Spieltag der Bundesligasaison 1966/67.

Pünktlich um 15 Uhr wird an diesem grauen Wintertag im Bökelberg-Stadion an der Bökelstraße im Mönchengladbacher Stadtteil Eicken gegen die Schalker Knappen angepfiffen. So sehr sich Schalkes Torwart Josef Elting vor 17.000 Zuschauern auch bemühte, seine Knappen fanden nie ins Spiel und so musste er elf (11) Mal hinter sich greifen. Ein Schneespiel, das nicht nur wegen des Wetters und der Höhe des Ergebnisses in die Geschichte einging, sondern auch weil die Fohlen ihre einzigartige, später so gerühmte Offensivkraft präsentierten. Weisweilers Mannen spielten übrigens noch im 2-3-5, waren nach diesem Spiel sogar vierter der Bundesligatabelle, beendeten die Saison dann aber doch nur auf dem achten Platz. Neben Jupp Heynckes (3) trugen sich Herbert Laumen (3), Bernd Rupp (3) und Günter Netzer (2) in die Torschützenliste ein.

Dabei stiegen die Gladbacher Fohlen erst im Jahr 1965 auf und das mit einem Durchschnittsalter von 20,5 Jahren. Sie stellten damit die jüngste Mannschaft im deutschen Lizenzfußball. Hennes Weisweiler hatte zu Beginn der neuen Saison einen Umbruch im Kader vornehmen müssen und dabei Leistungsträger wie Uli Kohn oder Karl-Heinz Müllhausen durch die jungen Herbert Laumen (20), Günter Netzer (19), Bernd Rupp (21), Jupp Heynckes (19) und Werner Waddey (18) ersetzt. Die unerfahrene Offensivreihe startete jedoch sofort durch und schaffte es im ersten Anlauf aufzusteigen. 35.000 Zuschauer stürmten anschließend aufs Feld um mit der Mannschaft zu jubeln. So holten die Gladbacher bis 1979 insgesamt fünf Meisterschaften (1971,1972,1975,1976,1977), einmal den DFB Pokal (1973), sowie 1975 und 1979 den UEFA Pokal. 1977 schafften sie es sogar in Endspiel des Europacups der Landesmeister, welches allerdings mit 3:1 gegen den FC Liverpool verloren ging.

Gladbacher Jubel

Ein häufiges Bild an diesem verschneiten Nachmittag. Gladbacher jubeln und die Schalker verzweifeln.

Fotos: imago/Werner Otto/Horstmüller

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