Hasan Salihamidzic ist der neue Sportdirektor beim FC Bayern

Jetzt ist es offiziell, Hasan “Brazzo“ Salihamidzic ist seit dem 31. Juli Sportdirektor des FC Bayern. Notlösung oder Wunschkandidat?

Der gebürtige Bosnier Hasan Salihamidzic wird das vakante Amt von Matthias Sammer übernehmen und versuchen die Münchner wieder in Richtung Champions League Triumph zu lenken. Rummenigge meinte: „Er ist kein Platzhalter für Philipp Lahm.” Ob das so stimmt, mag bezweifelt werden. Denn es standen bekanntlich Lahm und Eberl als die Favoriten der Bayern Bosse auf der Liste und einer nach dem anderen sagte ab. Warum wohl? Bayerns Plan für die Zukunft sieht so aus. Es soll wieder ein Trio zwischen Manager, Sportdirektor und Vorstand installiert werden.

Zur Zeit gibt es da wirklich Defizite. Brazzo soll also als Bindeglied funktionieren, der aber auch eigenverantwortliche Transfers tätigen kann. Die Transferpolitik, die Salihamidzic bei den Münchenern installieren will, ist ganz einfach: Die Bayern wollen nicht in die Regionen der Transfersummen in Höhe von 100 Millionen. Um das zu erreichen, müßen sich einfach mehr auf die Jugendarbeit konzentrieren. Das kostet auch Geld, ist auch keine Garantie, aber immer noch viel günstiger als in die neuen Transferdimensionen vorzustoßen. Der FC Bayern ist in Deutschland dafür bekannt, die Konkurrenz in der Bundesliga leer zu kaufen und gleichzeitig zu schwächen. International reicht das aber nicht. Das wurde in den letzten zwei UCL-Teilnahmen klar. Mit RB Leipzig hat sich ausgerechnet ein Verein etabliert, der eine klare strategische Ausrichtung auf die Jugendarbeit hat. Somit verliert die alte Herangehensweise des Bayerns-Erfolgsmodell mehr und mehr an Kraft, denn diese Talente sind auch durch langfristig angelegtes Vertragswerk fast unkaufbar. Auch Dortmund wird auf die Dauer nicht der „Ausbildungsverein“ der Bayern werden. Hier verschließt sich eine weitere Tür. Nur die eigene Jugendarbeit verspricht da sichere Rendite.

Salihamidzic bei der Vorstellung

Hasan Salihamidzic selbst hatte eine sehr erfolgreiche Zeit bei den Bayern. Nachdem sich der Bosnier beim damalig noch erfolgreichen HSV Mitte der 90er Jahre ins Rampenlicht gespielt hatte, unterschrieb er ablösefrei für die Saison 1998/99 beim Rekordmeister. Was darauf folgte ist eine legendäre Ära für den rechten Außenverteidiger. 234 Spiele mit 30 Toren sprechen für sich. Nach neun Jahren für die Bayern kam er auf vier DFB Pokalsiege, sechs deutsche Meisterschaften, vier Ligapokalsiege, einmal den Weltpokalsieg und zu guter Letzt das Sahnehäubchen mit zwei legendären Champions League Finals. Das Eine ging gegen Fergusons Red Devils in der Saison 1998/99 verloren und das Andere wurde gegen den FC Valencia in der Saison 2000/01 gewonnen.

Was auf jeden Fälle fest steht, er wird für neue Energie in München sorgen. Unterschätzen sollte man ihn nicht. Das wurde er während seiner Spielerkarriere oft, aber Brazzo ist ein Steher und für Erfolg bekannt. Ob das aber die richtige Entscheidung für die Super-Bayern ist, steht noch in den Sternen, den Philip Lahm wird nochmals zurückkehren. Fragt sich nur wann?