Die Dominanz der Gladbacher „Fohlen“

1964 wurde Hennes Weisweiler Trainer bei Borussia Mönchengladbach, am Bökelberg in Gladbach. Als erstes ließ er täglich junge Leute zum Probetraining antanzen. Dann versuchte er allen seine Philosophie einzutrichtern, die nicht anders lautete als: „Tore, Tore, Tore! „Ihr dürft ruhig vier Gegentore kassieren, aber ihr müsst 5:4 gewinnen. 1:0 will ich nicht,“ sagte Weisweiler jedem Einzelnen.

So gelang der Fohlenelf gleich in der ersten Saison der Aufstieg in die Bundesliga. Mit dabei hungrige junge Talente wie Jupp Heynckes, Herbert Laumen oder Peter Meyer. Die berühmten „Fohlen“ waren geboren. Schnell wurde allerdings klar, dass die Gladbacher Spielweise nicht besonders effektiv war. Bayern München, welche mit ihnen zusammen in die Bundesliga aufgestiegen waren, holten fleißig Titel, Gladbach jedoch nur die Schönheitspreise. Denn zu Titeln gehörten Siege und dazu spielte die Borussia einfach zu offensiv und war zu wenig mit der Defensive befaßt.

vl. Jupp Heynckes, Herbert Laumen und Bern Rupp

v.li. Jupp Heynckes, Herbert Laumen und Bern Rupp

Vor dem Spiel bei Arminia Bielefeld setzte sich deshalb die Mannschaft zusammen und besprach ohne ihren Trainer eine defensivere Taktik. Das ergab zwar Abstriche bei der Schönheitsnote, dafür aber einen Sieg. Hennes Weisweiler war daraufhin außer sich und berief direkt am nächsten Tag eine Krisensitzung ein. Die Einsicht kam jedoch ziemlich schnell und so wurden umgehend zwei knallharte Abwehrspieler verpflichtet: Luggi Müller und Klaus Sieloff. Endlich stimmte die Mischung und Borussia Mönchengladbach und seine „Fohlen“ waren nicht aufzuhalten. Die Dominanz in der Liga folgten die Erfolge in Europa. Die Borussia wurde 1969/70, 1970/71, 1974/75, 1975/76, 1976/77 deutscher Meister und holten 1973 den DFB Pokal. 1973/74 wurde das Team Zweiter und 1971/72 belegten die „Fohlen“ den dritten Platz in der deutschen Meisterschaft. Kein Team war erfolgreicher in den 70er Jahren. Die Borussen waren somit auch die ersten, die fünf Meisterschaften holten.

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