Confed Cup 2017: Die Besten des Turniers

Eine deutsche B-Elf begeistert die Fußball-Welt

Am Sonntag ging der Confed Cup mit dem Finalsieg Deutschlands über Chile zuende. Die DFB-Elf konnte ihre aktuelle Ausnahmestellung in der Welt damit einmal mehr unter Beweis stellen, triumphierte sie doch mit einer B-Elf über den Weltranglisten 4. aus Chile, der mit allen seinen Stars angetreten war.

Bei den Deutschen konnten sich dank dieses Turniers besonders Timo Werner, Leon Goretzka und Lars Stindl in den Vordergrund spielen und sich damit für die Weltmeisterschaft im nächsten Jahr empfehlen. Julian Draxler, Antonio Rüdiger, Joshua Kimmich und Jonas Hector zeigten beim Confed Cup ebenfalls starke Spiele, dürften für 2018 allerdings ohnehin schon fest für den Kader gesetzt sein.

Man muss jedoch zugegen, dass zu Beginn der Partie gegen Chile noch wenig darauf hindeutete, dass die deutsche Mannschaft als gefeierte Sieger in Heimat zurückkehren sollten. Die Mannschaft um Arturo Vidal und Alexis Sanchez zog ein starkes Pressing auf, aus dem sich die DFB-Elf kaum befreien konnte. Besonders dem Leverkusener Arranguiz lagen in der Folge hochkarätige Chancen auf dem Fuß, die er jedoch nicht gefährlich aufs Tor bringen konnte. Die ersten 20 Minuten wurden so auch dank einer Portion Glück schadlos überstanden. Punkt 20. Minute setzte jedoch auch Deutschland erstmals zum Pressing an und brachte Defensivmann Diaz in Bedrängnis. Diaz verlor den Ball an Werner, der vor dem Torwart quer zum freistehenden Stindel schob und diesem damit eine freie Schußbahn auf das leere Tor ermöglichte – 1:0 für Deutschland.

Im Anschluss folgte eine kurze Schockphase bei den Chilenene, bevor diese den Druck erneut erhöhten. Mit der Sicherheit des Führungstors verteidigten Mustafi, Rüdiger und Co. allerdings deutlich souveräner und so ging es mit der Führung in die Pause. Aus dieser kam die deutsche Mannschaft noch einmal deutlich stärker aus der Kabine und es entwickelte sich ein giftiges, hart umkämpftes Spiel ohne echte Chancen auf beiden Seiten. Dabei war das Glück in einer Szene auf Chiles Seite – nach einer Tätlichkeit gegen Timo Werner sah Gonzalo Jara trotz Videobeweis nur die gelbe Karte. Nach diesem Aufreger kühlte die Atmosphäre etwas ab und Chile verlegte sich wieder aufs Fußball spielen. In den letzten zehn Minuten konnten die Südamerikaner das Spiel noch einmal an sich reißen und waren dem Ausgleich extrem nah. Der eingewechselte Sagal hätte ihn spätestens erzielen müssen, drosch den Ball nach toller Vorbereitung durch Puch allerdings deutlich über das quasi leere Tor. So reichte Stindls Führungstor schließlich aus und die deutsche Mannschaft konnte den Pokal in die Höhe strecken.

Zusätzlich konnte Julian Draxler noch den Titel „Spieler des Turniers“ einheimsen und Timo Werner wurde als Top-Scorer (drei Treffer, zwei Vorlagen) ausgezeichnet.

Nach dem Sieg der deutschen U21 bei der Europameisterschaft war das der zweite Titel für den DFB am selben Wochenende. Entsprechend ehrfürchtig fiel auch das internationale Medienecho aus, spätestens jetzt wird die deutsche Mannschaft als absoluter Top-Favorit zur Weltmeisterschaft in Russland reisen. Bei dieser enormen Qualität auch in der zweiten und dritten Reihe des Kaders darf sie diese Rolle aber auch mit allem Selbstbewusstsein annehmen.

Fotos: Imago Sportfotodienst