Confed Cup 2017: Bravo Finale!

Confed Cup 2017: Bravo Finale!

Mit einer Glanzleistung hat Claudio Bravo seine Chilenen ins Finale des Confed Cup 2017 getragen. Der Keeper parierte gegen Portugal drei von drei (!) Elfmetern und zeigte auch sonst ein Spiel auf Weltklasseniveau. Im Finale gegen Deutschland am Sonntag, 02.07.2017, um 20 Uhr könnte er erneut der entscheidende Faktor werden.

Erst Quaresma, dann Moutinho und zum Schluß Nani: alle drei Portugiesen scheiterten im Halbfinale am chilenischen Elfmeterkiller. Währenddessen verwandelten Bravos Teamkollegen ihre Elfmeter routiniert und so kam Superstar Christiano Ronaldo nicht einmal mehr zum Schuss. Es war der Abend des chilenischen Kapitäns, dessen Team damit vor allem Dank seiner Leistung ins Finale einzog, wo es nun am Sonntag gegen Weltmeister Deutschland geht. Dabei drohte Bravo nach einer schweren, teils unglücklichen Saison und der Neuverpflichtung des Torwarttalents Ederson von Benfica Lissabon bei Manchester City schon auf Abstellgleis zu geraten. Doch nach den Glanzleistungen des 34-jährigen im Confed Cup dürfte er sich sowohl bei Citizens wie auch Pep Guardiola und den restlichen Topklubs in Europa erneut als Nummer 1 empfohlen haben.

Claudio Bravo als Towart für Real Sociedad im Spiel gegen Bayer 04 Leverkusen, Champions League Saison 2013/2014.

Claudio Bravo startete seine Karriere beim chilenischen Kultclub Colo-Colo, wo er schnell zum Stammtorwart wurde und 2005 schließlich auch zur Nummer 1 der Nationalmannschaft avancierte. Dank seiner Leistungen im Nationaltrikot wuchs auch das Interesse in Europa und so wechselte er zur Saison 2006/07 für 1,2 Millionen Euro nach Spanien zu Real Sociedad. Als der baskischen Club schon in seiner ersten Saison den Abstieg in die zweite Liga verkraften musste und Bravo dabei nicht immer ganz unschuldig blieb, schien der Traum von Europa schnell wieder beendet. Doch nach einem Jahr auf der Tribüne kämpfte sich Bravo wieder in die erste Mannschaft und wurde Teil der besten Jahre des Vereins, der sich 2013 sogar für die Champions League qualifizieren konnte.

Claudio Bravo und Marc-Andre ter Stegen im Training beim FC Barcelona

Diese Jahre sowie die starken Leistungen für Chile bei der WM 2014 in Brasilien ermöglichten ihm dann den Wechsel zum Liga Giganten aus Barcelona, wo er in zwei Jahren zwei Mal spanischer Meister wurde und die Champions League gewinnen konnte. Besonders das Jahr 2015 mit Meistertitel, Champions League Sieg und dem Gewinn der Copa America wird wohl das schönste seiner Karriere gewesen sein. Doch obwohl er mit seinen Leistungen überzeugen konnte, sorgte die Verpflichtung von Marc-Andre ter Stegen für eine kuriose „Halbtagsstelle”. Bravo durfte die Ligaspiele bestreiten, während sein deutscher Kollege im Pokal und der Champions League eingesetzt wurde. Als dann Manchester City unter Pep Guardiola den nicht immer konstanten Joe Hart als Stammtowart absägte und sich auf die Suche nach einer neuen Nummer 1 begab, wurden sich die Citizens und der Chilene schnell einig. Für 18 Millionen Euro wechselte der 33-jährige in die Stadt am Irwell River. Für die Citizens verlief die erste Saison unter Guardiola allerdings eher enttäuschend und auch Bravo konnte seine Leistung nicht immer abrufen. Mit 36 Gegentoren in 33 Einsätzen kann man in Manchester nicht zufrieden sein, auch darum wurde nun Torwart Ederson für 40 Millionen Euro von Benfica Lissabon verpflichtet.

Die chilenische Nationalmannschaft bejubelt den Gewinn der Copa America 2016.

Jedoch auch während dieser schwierigen Zeit gehörte Bravos spätestens dann zu den Besten im Tor, wenn er das Nationaltrikot überstreifen durfte. Nach dem ersten großen Titel für den chilenischen Verband bei der Copa America 2015 konnte Chile 2016 den Titel sogar verteidigen. In beiden Jahren wurde der Titel im Elfmeterschießen gegen Argentinien geholt, in beiden Jahren hielt Bravo jeweils den entscheidenden Elfmeter und wurde zum Torwart des Turniers gekürt. Seitdem ist er in Chile ein Nationalheld und gilt für viele in Südamerika als bester Torwart der Welt. Wie es allerdings um seine Karriere in Europa bestellt ist, wird sich nach dem Finale des Confed Cup am Sonntag zeigen. Der FC Villareal hat bereits Interesse bekundet, doch Gerüchten zufolge will Bravo wohl entweder um seinen Platz bei Manchester City kämpfen oder seine Karriere in der Heimat ausklingen lassen.

Ein Porträt der gesamten chilenischen Mannschaft beim Confed Cup findet sich hier.

Fotos: Imago Sportfotodienst

Zum Weiterlesen

Zum Anziehen